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Zu Gast im französischen Senat

Ilonka Gaillak, die Präsidentin der Region Elsass der Frauenunion, organisierte im vergangenen April eine Führung durch den französischen Senat, an der gut 30 Frauen aber auch männer teilnahmen. Drei Schweizerinnen fanden ebenfalls den Weg nach Paris, um an diesem sehr gelungenen Anlass teilzunehmen.

Der Senat hat seinen Sitz im imposanten Palais du Luxembourg, der in einer 25ha grossen, sehr belebten Parkanlage liegt. Wunderschöne Blumenbeete, aber auch zahllose Büsten und Skulpturen, Schach- u nd Boulspiele, ein grosses achteckiges Bassin und sogar Bienenstöcke sind im Garten zu finden. Der Architekt Salomon Brosse erbaute ab 1611 den Palast im stil des florentinischen Palazzo Pitti für die verwittwete Maria di Medici, deren Gatte Heinrich IV ein Jahr zuvor ermordet worden war. Maria di Medici konnte ihren Besitz jedoch nicht lange geniessen, denn sie verarmte im machtkampf gegen Kardinal Richelieu.

Die Zusammensetzung und die Aufgaben des Senats

Wie die meisten europäischen Parlamente besteht auch das französische aus zwei kammern: der Nationalversammlung und dem Senat. Gegenwärtig zählt der Senat 343 Mitglieder. Nach den nächsten Wahlen noch in diesem Jahr  werden es 348 Senatoren sein. Diese werden von zahlreichen Beamten und Assistenten unterstützt, so dass knapp 2000 Personen im Palais de Luxembourg arbeiten.

In den Senat wählbar ist, wer das 30ste Altersjahr zurückgelegt hat. Die Amtsdauer beträgt 6 Jahre. Um eine gewisse Konstanz sicherzustellen, ist ab 2011 vorgesehen, dass jeweils nach drei jahren alternierend in der hälfte der Departement Senatorenwahlen stattzufinden haben. In dieser Legislatur sind 77 Mitglieder somit 22,4% weiblichen Geschlechts, was von den Französinnen schon als positiv empfunden wird! Die Wahlen in den Senat sind indirekte Wahllen, indem in den verschiedenen Regionen ein Wahlgremium die Senatorinnen und Senatoren wählt.

Der Senat ist der Garant der politischen Stabilität, denn im Gegensatz zur nationalversammlung kann er nicht aufgelöst werden. Zudem tritt sein präsident an die Stelle des Staatspräsidenten, wenn dieser stirbt,  demissioniert oder sonst an der Ausübung seines mandats verhindert ist. Hauptaufgabe des Senats ist die Gesetzgebung. Behandelt werden die von der Regierung vorgelegten Gesetzesvorlagen(projets de loi). Der Kammer steht aber auch das Recht zu, über eigene Gesetzesvorlagen (propositions de loi) zu debattieren. Auch im französischen Senat vertreten politische  Gruppierungen (Parteien) im Verhältnis zu ihrer Stärke die ihnen zustehenden Vertreter.

Das übrige Programm

Natürlich durfte auch ein Gruppenfoto, das im Ehrenhof des Palastes aufgenommen wurde, nicht fehlen. Für dieses waren auch die Senatorin Fabienne Keller, Mitglied des Europäischen Parlamentes und ehemalige Stadtpräsidentin von Strassburg, sowie Senator Jean-Claude Gaudin, Stadtpräsident von marseille, zu uns stossen. Das sehr spannende, aber anstrengende Programm hatte für den entsprechenden hunger gesorgt, so dass das feine französische Mittagessen begleitet von einem glas Wein sehr genossen wurde.

Für den nachmittag stand ein besuch der Ausstellung "Cranach et son temps" im Museum du Luxembourg auf dem programm. Diese zeigte vorwiegend Werke von Lucas Cranach dem Aelteren (1472-1553), jedoch- um den Vergleich zu denzeitgenossen zu ermöglichen -  auch Bilder anderer Maler, so beispielweise neben der Lucretia von Cranach auch eine von Francesco Francia.

Eingrosser Dank gebührt Ilonka Gaillac für die perfekte Organisation dieses interessanten Tages. Wiedereinmal hat sich bewahrheitet: Paris ist eine Reise wert!

 

 

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